Physikalische Häppchen
Ein pythagoreischer Becher ist nichts für Durstige. Füllt man ihn zu hoch auf, entleert er sich praktisch vollständig, ohne dass man etwas dagegen tun könnte. Dahinter steckt ein Druckunterschied in verschiedenen Bereichen im Innern des Gefässes, die siphonartig angeordnet sind. Angeblich geht die Erfindung des Bechers auf Pythagoras zurück, der sich als Baustellenleiter um den grossen Weinkonsum von Brückenbauern sorgte.
Mit diesem effektvollen Experiment startete die Fachschaft Physik ihre neue Reihe „physikalische Häppchen“ – verständlich, überraschend und unterhaltsam. Während rund 30 Minuten (es wurde leicht überzogen) wurde ein buntes Programm geboten, das quer durch die Physik führte und dabei angenehm kompakt blieb. Zu sehen gab es unter anderem ein dem Münchner Oktoberfest-Rotor nachempfundenes Playmobil-Karussell oder Demonstrationen zu Wärmeströmungen, die eindrücklich zeigten, wie sich Gewitterzellen bilden. Unsere Physiker:innen schafften es, ihre Themen mit viel Charme, Humor und Fachwissen auf den Punkt zu bringen – jede und jeder auf die eigene Art.
Getragen wurden die Experimente durch die genialen und durchdachten Konstruktionen von Tobias Roth, unserem Physiklaboranten, ein wahrer Meister seines Fachs!
Und so konnte man zurücklehnen, zuschauen und mitdenken, wobei die eine oder andere Erinnerung an den eigenen Physikunterricht aufkam – nur diesmal freiwillig und ohne Prüfung danach. Der erste Durchgang ist gelungen, das Konzept überzeugt. Und so hoffen wir auf viele weitere physikalische Häppchen.
Text: Raphael Sigrist
Bilder: Raphael Sigrist, etsy.com
