Le français? J’ai un kick!

Eine Entdeckungsreise der besonderen Art im Lee

Jährlich am 20. März wird die Journée internationale de la francophonie begangen. Punktgenau an diesem Tag besuchten Vertreter:innen des Romanischen Seminars der Universität Zürich unter der Leitung von Prof. Dr. Ursula Bähler unsere Schule und ermöglichten unseren dritten Klassen einen Einblick in die Vielfalt, die Französisch in der Welt und auch als Studienbereich bietet. Dabei war es den Ausführenden ein spürbares Anliegen, zu zeigen, wie viel Sprache und Literatur mit dem Leben zu tun hat und wie wichtig Französisch als Weltsprache ist und bleibt. Hier ein paar Beispiele für das, was in den Ateliers erlebbar wurde:

Jedes Wort erzählt (s)eine Geschichte; das Französisch auf dem afrikanischen Kontinent ist nicht dasselbe wie dasjenige, das man in Québec oder Frankreich hört, spricht und schreibt. Dass Französisch in Afrika auch heutzutage so verbreitet ist, hat einen nicht unproblematischen geschichtlichen Hintergrund; warum das Doppel-L in fille und ville verschieden ausgesprochen wird und man grand-mère und nicht grande-mère sagt bzw. schreibt, ist linguistisch erklärbar. Menschliche Gefühle lassen sich kategorisieren und finden zum Beispiel im Theater ihren jeweiligen Ausdruck; Fabeln lassen tief in die menschliche Seele blicken, werden ab und zu neu geschrieben und erlauben so überraschende Perspektivenwechsel.

Die Schüler:innen haben vorwiegend sehr positiv auf den Anlass reagiert. Die Abwechslung zum Regelunterricht und der kreative Zugang zur Sprache wurden geschätzt und man freute sich über die motivierten Atelierleiter:innen und die Erkenntnis, sehr vieles – vielleicht auch mehr als erwartet – auf Französisch zu verstehen.

In der Folge eine Auswahl von Eindrücken und Stellungnahmen:

Linn, Vera und Deborah:

Wir fanden die verschiedenen Einblicke in die Sprache sehr spannend. Es gab vieles, das wir dazulernten, zum Beispiel woher ein Wort stammt. Auch wurden die verschiedenen Ateliers kurzweilig gestaltet, sie waren abwechslungsreich. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein sehr angenehmer Morgen war.

Nina:

[…] Die Dozierenden sprachen ein sehr schönes Französisch und ich habe mich gefreut, dass ich alles gut verstehen konnte. Zudem vermittelten sie wichtige Inhalte, die in der heutigen Zeit oft zu kurz kommen, wie etwa die Bedeutung und den tieferen Sinn von Geschichten.

Jacob und Simon: 

C’etait très intéressant qu’ils aient parlé de sujets très différents. En particulier, l’atelier «l’Amour toxique» était amusant et on a appris un peu sur le colonialisme de la France.

Rose: 

[…] Ich fand das Kennenlernen von verschiedenen Themen und Geschichten zur französischen Sprache sehr spannend und es hat tatsächlich mein Interesse an Französisch mehr geweckt. Ich fand es auch toll, dass wir viel über die Universität Zürich lernten und über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten informiert wurden. […]

Je me sens attiré/e par le français. Dies ist in ungefähr die Aussage der Überschrift zu diesem Beitrag in Standardsprache. Die Vielfalt der Formen von Liebe widerspiegelt sich auch in der Sprache. Was im Französischen des Québec so ausgedrückt werden kann, heisst anderswo auch glisser pour oder avoir un coup de soleil pour. Wer nun aufgrund all des Gelesenen und Gesehenen auch für Französisch rutscht und keine Angst vor einem sprachlichen Sonnenbrand hat, sei eingeladen, seine ganz eigene Entdeckungsreise in der frankophonen Welt anzutreten. Weit reisen müssen wir hierzulande dafür bekanntlich nicht.

Text und Bilder: Peter Stucki, Romanisches Seminar UZH