Klassenaustausch über den Röstigraben – virtuell und real
Im letzten Jahr unterzeichneten die Kantone Zürich und Waadt eine Absichtserklärung, um Kontakte zwischen Schulklassen der beiden Sprachregionen zu fördern. Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt Zürich trug die Form der E-Tandems an die Französisch-Lehrpersonen heran und übernahm in vielen Fällen auch die Vermittlung zwischen den Schulen.
Dieses Tandem-Sprachlernen sollte zuerst auf elektronischen Kanälen stattfinden. Ein erster Versuch mit unserer Partnerschule für den Austausch in Morges war bald organisiert. Die Klasse 2hM würde sich nun dreimal im Herbstsemester mit Schüler:innen aus Morges verbinden und unterhalten.
Nous avons rencontré la Classe 1M07 du gymnase de Morges en ligne. Nous nous sommes rencontrés trois fois via Teams et Face Time. On a discuté des thèmes différents et nous avons fait connaissance. L’idée, c’est de profiter de la langue maternelle de notre correspondant·e. Comme ça, on a parlé les deux langues. Les fautes n’étaient pas graves et c’est pourquoi on a parlé très librement. Nous avons communiqué avec nos mains et nos pieds. Il y avait des groupes qui ont beaucoup parlé et des groupes qui préféraient se taire.
Am 5. März kam es zu einem richtigen Treffen. Beide Klassen reisten nach Bern, um den Tag gemeinsam zu verbringen und die online geknüpften Kontakte zu vertiefen und weiter die Sprachen im Tandem zu üben.
Die Schülerinnen der Klasse 2hM berichten
In Bern angekommen, warteten wir gespannt auf die Klasse 1M07 aus Morges. Als sie endlich zu uns gestossen war, gab es eine kleine Einführung und wir machten uns auf den Weg zum Museum für Kommunikation. In unseren Tandems erkundeten wir das Museum auf eigene Faust und entdeckten viele spannende Posten: Von Rohrpost über Filmkaraoke bis hin zur Fotostation war alles dabei.
Nach einem interessanten Gang quer durch die Kommunikationsausstellung setzten wir uns zum Mittagessen auf die Terrasse vor dem Museum. Manche von uns lernten dabei Schüler:innen der jeweils anderen Klasse kennen, andere wiederum genossen die Zeit mit ihren Freund:innen. Es war sehr kalt, aber wir hatten alle leckeres Essen dabei, sodass das Ganze etwas besser auszuhalten war. Etwas Verstörendes bot uns der Anblick eines Baumes, an dem zahlreiche Schnuller hingen. Wir fragten uns, wo die alle herkamen.
Am Nachmittag lernten wir in neu gemischten Gruppen die Stadt Bern und einander besser kennen, indem wir «Explorial» spielten. Die Fragen auf dem Handy leiteten uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Das war ziemlich anstrengend, weshalb wir eine kurze Pause auf den bequemen Stühlen vor dem Berner Münster einlegten. Hier lernten wir eines von vielen neuen französischen Wörtern: «chiloupilou», was so viel wie «nimm’s gelassen» heisst.
Vom Bundeshaus über den Käfigturm zum Bärengraben sammelten wir viele Punkte in unserem Spiel ebenso wie zahlreiche Eindrücke aus unserer Hauptstadt. Müde vom vielen Französisch Sprechen und dem Herumlaufen setzten wir uns schliesslich ins reservierte Zugabteil und fuhren zurück nach Winterthur.
Alles in allem war diese Erfahrung sehr bereichernd. Wir realisierten, dass man durch bilinguale Freundschaften einen ganz anderen Draht zu einer Fremdsprache erhält. Dieser Austausch öffnete unsere Sprachtore und löste unsere Hemmungen vor dem Sprechen. Es war ein sehr inspirierender Tag in Bern. Wir schlossen viele neue Freundschaften und konnten viel von der Sprache profitieren.
Klasse 2hM, Corinne Hübscher
(Bilder: Klasse 2hM)
